Die Angedacht!-Manuskripte vom 28. Juni bis 4. Juli 2026

Autorin: Maike Jakob, Mainz


Thema: Ungewöhnlich – aber wichtig

Sonntag, 28. Juni 2026, 6:40 Uhr

„Wie, Du arbeitest für die Kirche?! Echt jetzt?!“ Ja, wer für die katholische Kirche arbeitet, erlebt häufig kritische Fragen, Zweifel und Kopfschütteln. Scheinbar denken viele, dass Kirche weit weg wäre vom „normalen“ Leben. Das täuscht: Gerade gestern hat der Mainzer Bischof Kohlgraf in einem Gottesdienst acht Frauen und drei Männer gesendet, in ihren Dienst als Pastoralreferentinnen und Gemeindereferenten im Bistum Mainz. Das sind Menschen mit völlig unterschiedlichen Lebensgeschichten, aber alle „ganz normal“: Die haben Familie, leben in Partnerschaften oder als Single. Haben vorher studiert, manche haben auch schon in anderen Berufen gearbeitet. Und nachdem sie gestern ordentlich gefeiert haben, sind sie ab jetzt als Seelsorger da unterwegs, wo Menschen sie brauchen: Zum Beispiel in Schulen, in Krankenhäusern, in Gefängnissen oder Pfarrgemeinden. Da hören sie zu, begleiten und teilen die Hoffnung, die sie selbst trägt. In einer Zeit voller Unsicherheiten und wo es an vielen Orten kracht, dann doch ein wichtiger Job. Oder – wie seht Ihr das?


Thema: Mit andern zusammenleben – Ihr entscheidet

Montag, 29. Juni 2026, 6:40 Uhr

Habt Ihr auch das Gefühl, dass unsere Gesellschaft auseinanderdriftet? Jeder bleibt in seiner Bubbel. Die eine hier, der andere da. Blitzschnell wird sortiert: Wer gehört wohin? Wen kontakte ich – wen lieber nicht? Über das Problem gab’s gefühlt schon immer Streit. Bestes Beispiel: Zwei besonders wichtige Apostel Jesu: Der eine, Petrus, lebt ganz selbstverständlich mit Menschen von überall her zusammen. Bis plötzlich Leute auftauchen, denen das missfällt. Da macht Petrus einen Rückzieher. Will keinen verärgern, passt sich an. Sein Kollege Paulus hält dagegen: Wie kannst du von Gemeinschaft und Gott reden und Menschen ausschließen, sobald Gegenwind kommt?! (vgl. Gal 2,11-14) Die Frage könntet Ihr heute auch stellen – oder? Ob und wie Zusammenleben funktioniert, entscheidet Ihr ja zum großen Teil selbst: Bleibt Ihr in Eurer Komfortzone oder macht Ihr auf? Vielleicht beim Kaffee in der Pause oder bei der Nachbarin, die total anders lebt als Ihr: Geht Ihr hin und redet? Wie viel Wert ist’s Euch, Menschen nicht nach dem zu behandeln, wie populär es gerade ist, sondern danach, dass sie Menschen sind?